Warum Posaune spielen?
Schon im Zarten Knabenalter war der Dudel fasziniert von der Posaune. Aufgrund des mitfühlenden Herzens der Mutter gegenüber den zarten Gehörgängen der Nachbarn, gelang es dem Dudel erst in späterer Jugend, sein Anliegen durchzusetzen und sich seine erste Tröte beim Antiquitätenhändler für “Ganz Kleines” zu ergattern. Leider klang es auch wie “Ganz Kleines”. Egal, der Dudel lies sich niemals von krummen Tönen entmutigen. Wenn auch die Töne seltsam anmuteten, so waren sie doch dunkel, ja und das ist es, was der Dudel so mag.
Posaunieren ist gruftig und ist ein kleines Hexenwerk. Der Dudel sagt Euch warum:
Der Mythos, der die Posaune mit dem Tod zusammenbringt, ist sicher so alt wie das Instrument selbst. kein Wunder, denn im Kriegsfall angreifenden Heerscharen vorauszutönen, war schließlich einziger Zweck seines Urahns. Man denke nur an die Posaunen von Jericho, oder etwa an die sieben Posaunen der Offenbarung, und todeskündende Klänge bilden sich vor unserem inneren Ohr. Schon Monteverdi griff zu finsteren Posaunenakkorden, wenn er in “Ombra-Szenen” (Szenen, in denen die Unterwelt, das Schattenreich mit seinen Geistern zum Zuge kommt) die “Hölle zum Klingen bringen wollte”. Wer nur einmal das ‘Tuba mirum’ aus Mozarts Requiem gehört hat, oder die Grabesszene aus seinem ‘Don Giovanni’ kennt, weiß, welch phantastisch gruselige Wirkung der Posaunenklang – richtig eingesetzt, versteht sich, entfaltet.