Selbstanzeige

Veröffentlicht in Muckerleben am Januar 28, 2008 von dalmadudels

Die Himmel verfinstern sich für den Dudel. Die ganze Welt hat es nun erfahren. Der Dudel ist in seinem Muckerwahn nämlich soweit gegangen und hat auf dem Dach der katholischen Kirche im Rahmen einer Einweihung irgendeines Gemeindehauses gespielt. Irgendjemand hat mit seiner Handykamera den Dudel heimlich dabei gefilmt und der virtuellen Welt dieses Ereignis zur Verfügung gestellt. Dabei nahm der Filmer keine Rücksicht auf Soundsteuerung, denn so schlimm wie im Film war es nicht -musikalisch zumindest – Ehrenwort.

Siehe, lausche und staune!

Der Dudel erstattet hiermit Selbstanzeige, in der Hoffnung, das Strafmaß der Göttinnen möge für ihn niedrig ausfallen und sein Karma in diesem oder einem anderen Leben nicht befleckt sein.

Der geneigte Leser möge doch bitte Nachsicht gegenüber dem Dudel zeigen, ihn fortan nicht meiden und diese Seite weiterhin besuchen.

Auf Schloß Dracula

Veröffentlicht in Muckerleben am November 12, 2007 von dalmadudels

Da hatte der Dudel doch neulich einen Aushilfsjob bei einem renomierten Blasorchester im Tal der Wupper. Es fehle an Posaunisten und man benötige für ein Konzert doch dringend dieses Insturment des dunklen Klanges.

Vollen Mutes und Zuversicht, mit dem Ausblick auf Proben- und Aufrittsgeld ging der Dudel zu seiner ersten Probe. Das als Werkskantine getarnte Etablissment zeigte direkt nach dessen Eintritt sein wahres Gesicht – das Antlitz einer Gruft. Noch bevor der Dudel die Gefahr erkannte, zog sich auch schon die Zugbrücke zu. Der Dudel war gefangen. Es gab kein zurück mehr! Jonathan Harker mag sich ähnlich vorgekommen sein, nachdem ihn Graf Dracula und seine nett anzusehenden jungen Damen zwar mit Freundlichkeit und Wohlwollen umgarnten, er sich jedoch wie ein Schaf vorkam, welches man zur Schlachtbank führte.  Beim alten Grafen des Bram Stoker erwiesen sich zumindest seine Gespiellinnen doch als sehr aufreizend. Hier jedoch gab es nur Grafen, die Gespielinnen waren scheinbar ausgeflogen – leider.  Während eines kurzen Momentes des Aufbegehrens erlaubte der Dudel sich die Frage zu stellen, ob denn einige der hier anwesenden Herrschaften das in drei Wochen stattfindende Konzert überhaupt noch erleben durften.

 Der Dudel nahm sich ein Beispiel an Stokers Protagonisten Harker und ging freundlich auf die ihm entgegenkommenden Grafen ein, die sich gierig auf ihn stürzten. Sie waren eindeutig ausgehungert. Die jahrelange Abstinenz von frischem Blut stand den Grafen förmlich im Gesicht geschrieben. Ständig auf der Hut und mit umsichtigen Blick, verbrachte der Dudel die Probe. Er hatte sich auf Noten und Dirigenten zu konzentriereneinen, dafür war er schließlich her gekommen. Die Sorge um seinen Hals lies ihn allerdings nicht ruhen, konnte ihn doch jederzeit ein ausgelaugter Graf plötzlich von der Seite anfallen, mit der Intention seine Zähne in ihn zu schlagen. Der Dudel  war zu allem bereit, bereit, das Kreuz zur Abwehr zu schlagen.

 Vor dem Konzert wurde der Dudel auch noch neu eingekleidet. Er erhielt ein zwar aus der Mode gekommenes aber noch gut erhaltenes Jacket, dessen Kragenumschlag oben dünn aber dafür sehr weit bis fast zur Seitentasche reichte. Der Beweis dafür, dass die Grafen ihre Gruft selten verlassen haben dürften (mindestens 20 Jahre nicht). Ein weißes Hemd und eine schwarze Hose hatte der Dudel noch zu Hause und durfte sie auch verwenden. Beim Jacket und der Krawatte blieben die Grafen hart  und unnachgiebig. Auf die Aussage des Dudel, er habe eine bessere Krawatte zu Hause, die er nehmen könne, reagierten die Grafen sogar etwas garstig. Ihre Meinung konnte in dieser Frage nicht beeinflusst werden. Zum Glück sitzen die Posaunen ja nicht vorne im Orchester, dachte sich der Dudel und nahm die Ausrüstung brav entgegen, darauf bedacht, die Grafen nicht gegen sich aufzubringen. Wäre der Dudel nach dem Konzert noch auf einer Bad-Taste-Party erschienen, er hätte sicherlich den ganzen Abend frei saufen dürfen.

Dieses Abenteuer hat der Dudel heil und unbeschadet überstanden. Dank seiner Wachsamkeit, List und Tücke blieb sein Hals unversehrt.

vampireuberall.jpg

Kein Grund zur Beunruhigung also, wenn der Dudel dort ‘mal wieder aushelfen soll.

Warum Posaune spielen?

Veröffentlicht in Muckerleben, Warum Posaune spielen? am November 12, 2007 von dalmadudels

Schon im Zarten Knabenalter war der Dudel fasziniert von der Posaune. Aufgrund des mitfühlenden Herzens der Mutter gegenüber den zarten Gehörgängen der Nachbarn, gelang es dem Dudel erst in späterer Jugend, sein Anliegen durchzusetzen und sich seine erste Tröte beim Antiquitätenhändler für „Ganz Kleines“ zu ergattern.  Leider klang es auch wie „Ganz Kleines“. Egal, der Dudel lies sich niemals von krummen Tönen entmutigen. Wenn auch die Töne seltsam anmuteten, so waren sie doch dunkel, ja und das ist es, was der Dudel so mag.

Posaunieren ist gruftig und ist ein kleines Hexenwerk. Der Dudel sagt Euch warum:

Der Mythos, der die Posaune mit dem Tod zusammenbringt, ist sicher so alt wie das Instrument selbst. kein Wunder, denn im Kriegsfall angreifenden Heerscharen vorauszutönen, war schließlich einziger Zweck seines Urahns. Man denke nur an die Posaunen von Jericho, oder etwa an die sieben Posaunen der Offenbarung, und todeskündende Klänge bilden sich vor unserem inneren Ohr. Schon Monteverdi griff zu finsteren Posaunenakkorden, wenn er in „Ombra-Szenen“ (Szenen, in denen die Unterwelt, das Schattenreich mit seinen Geistern zum Zuge kommt) die „Hölle zum Klingen bringen wollte“. Wer nur einmal das ‘Tuba mirum’ aus Mozarts Requiem gehört hat, oder die Grabesszene aus seinem ‘Don Giovanni’ kennt, weiß, welch phantastisch gruselige Wirkung der Posaunenklang – richtig eingesetzt, versteht sich, entfaltet.

2000_09030001.jpg 

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.